Die Milch macht´s

Saftige Wiesen, grasende Kühe und herumspringende Kälber, die sich des Lebens erfreuen: Es gibt keine sogenannte „Nutztierhaltung“ die so sehr mit mythischen Bildern aufgeladen ist wie die der Milchindustrie. Zu sehr hat sich die Werbung in Generationen mit Sprüchen wie „Die Milch macht´s“ in die Gehirne der Menschen hineingedrechselt. Noch immer glauben selbst erwachsene, rational denkende Menschen an die Bauernhofidylle, dieses ekelhafteste aller Kindermärchen. Glauben an die Kühe, die ihnen gerne ihre Milch zur Verfügung stellen. Glauben, dass wir sogenannte Milchprodukte brauchen, um zu überleben. Glauben, dass die Tiere keinen Schaden nehmen, wenn wir ihnen die Muttermilch stehlen, um sie selbst zu trinken, so wie es die Industrie, die lügt, manipuliert, verheimlicht und arglistig vertuscht, den Menschen von klein auf vermittelt hat, und sie es von ihrem gesellschaftlichen Umfeld gelernt haben.

 

Die Milchindustrie sorgt dafür, dass weibliche Säugetiere gewaltsam geschwängert werden. Nach der Geburt werden die Kinder von ihren Müttern entfernt. Weibliche Kälber müssen überwiegend selbst in die Hufstapfen der Mütter treten und die nächsten fünf Jahre, bis sie erschöpft zusammenkrachen, wie ihre Mütter auch, ein Kind nach dem anderen gebären, damit der Milchfluss für den Menschen niemals versiegt.


Männliche Kälber hingegen haben keinen Wert für die Milchindustrie. Diese Kinder werden der Fleischindustrie übergeben, weiterverkauft und unter den schrecklichsten Bedingungen in Mastbetriebe in alle Herren Länder transportiert. Dort werden sie angekettet in enge Boxen gesperrt, wo sie bis zu 18 Wochen lang gemästet werden. Diese kleinen Kinder erleben in ihrem erbärmlichen, kurzen Leben nichts weiter als eine winzige Box, in der sie von Menschen, ihren Ängsten und der Sehnsucht nach ihrer Mutter gequält werden.


All diese Mütter und Kinder werden als Maschinen behandelt und, wenn sie wirtschaflich nicht mehr rentabel sind, wie Müll entsorgt. Jedes dieser Lebewesen endet in der Hölle des Schlachthauses, wo sie vollständig zerstört werden.

Der Konsum von Milchprodukten unterstützt also direkt die Fleischindustrie, und ist für den Tod dieser Mütter und Kinder verantwortlich.

Wir, die wir aus diesem gewalttätigen System ausgebrochen sind, und all das zur Sprache bringen, werden (noch) bekämpft, beschimpft, belächelt und ignoriert. Doch sind es eben wir, die dem Rest der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, der die Fratze der alltäglichen Gewalt, das Mitwisser - und Mitläufertum, sowie die blinde, bedingungslose Gefolgschaft hinsichtlich der ausbeutenden Industrien zum Vorschein bringt.

Wir alle wissen, dass die ausbeutenden Industrien nicht einfach so untergehen werden. Sie haben das Geld und den politischen Einfluss. Doch: Sie werden nicht gewinnen, denn wir haben etwas, dass sie mit all ihrem Geld und ihrer Macht nur allzu gerne vertuschen wollen: Die Wahrheit dieses Infernos hinter den Kulissen, die immer mehr Menschen abschreckt und zum Umdenken animiert.