Anbindehaltung

Stell dir vor, du stehst in einem dunklen Verschlag. Irgendjemand hat dich am Hals oder an den Schultern mit fürchterlichen Dingen, die "Grabnerkette", "Selbstfanggitter", oder "Zentralgelenkhalsrahmen" heißen, festgebunden.
 
Du bist dadurch tagaus - tagein mit deinem ganzen Körper an ein- und denselben Platz fixiert. Du kannst dich weder umdrehen, noch herumlaufen. Wenn du müde bist, legst du dich, mit der Fixierung an deinem Körper, zu Boden.
 
Auch wenn du aufs Klo musst, pinkelst und kackst du dorthin, wo du stehst oder liegst. Oftmals vegetierst du so das ganze Jahr über dort, auf diesem hartem Betonboden, und starrst gegen die immer selbe Wand, obwohl du bewegungsfreudig, gesellig, klug und neugierig bist, so wie Lebewesen nun einmal sind.
 
Doch dein Sozialverhalten beschränkt sich auf ein bis zwei Nachbarn, die ebenso wie du angebunden sind und längsseitig parallel zu dir stehen. Ein natürliches Verhalten, bei dem ihr euch richtig anschauen, anfassen und auch mal streiten könnt, ist nicht möglich.
 
So geht das jeden Tag. Je-den Tag.
Und warum? Weil der Mensch deine Muttermilch trinken will.
Dei-ne Mutter-milch trin-ken will…
 
Was wie ein richtig mieses Drehbuch für einen durchgeknallten Film anmutet, ist jedoch bitterste Realität für unzählige von Rindern in Deutschland:
Willkommen in der Horrorshow "Anbindehaltung".
 
Die Milch macht´s!