Advents- und Weihnachtszeit

Da steht sie wieder polternd vor unserer Tür:
Die Advents- und Weihnachtszeit.
 
Das „Fest der Liebe“, das „Fest der Besinnung“, das „Fest des Innehaltens“; oder doch eher ein seelenloses, bigottes Konsumfest, an dem wir nur hohle Phrasen von Frieden, Mitgefühl und Barmherzigkeit dreschen!?
 
„Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht!“
 
Doch, wer „wacht“ denn da so einsam?
Das Schwein, das wacht:
Kaputt, in den engen Buchten der Mastfabrik.
Die Kuh, die wacht:
Enthornt, im dunklen, kalten Stall.
Das Kälbchen, das wacht:
Einsam, seiner Mutter brutal entrissen, im Kälberiglu.
Die Gans, die wacht:
Gerupft und voller Pein, in einer schmutzigen Ecke.
Das Huhn, das wacht:
Federlos, in der überfüllten Legebatterie.
 
Wer denkt an all die gemarterten Seelen, die gerade in der Weihnachtszeit tonnenweise auf unseren Tellern landen? An das gewaltsame Ende millionenfacher Existenzen, denen DU ohne Sinn und Verstand das wertvollste nimmst, das sie besitzen: 
Ihr Leben.
 
Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit könnten wir für ein wenig Gerechtigkeit sorgen.
Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit könnten wir uns selbst, unseren Kindern und den jungen Menschen Glaubhaftigkeit vorleben.
Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit könnten wir nur EINMAL authentisch sein und laut und deutlich sagen:
„Nein! Dieses Jahr unterstütze ich dieses Leid nicht mehr!“
„Nein! Schluss mit meiner elendigen Heuchelei. Da mache ich nicht mehr mit!“
„Nein! Dieses Jahr ändere ich mein Verhalten und behandele andere so, wie ich selbst behandelt werden will!“