Wenn ich dich frage, was du an deinem Leben so schätzt...

Jeden Tag realisiere ich, wie nervenaufreibend es ist, sich FÜR das Leben auszusprechen und FÜR Respekt, Achtung und Mitgefühl zu argumentieren.

Wenn ich dich frage, was du an deinem Leben so schätzt, erzählst du mir, dass du gerne lebst, dass du deine Familie liebst, deine Freunde, deine Existenz…

Ich frage dich, warum du, obwohl du doch deine Kinder, deine Familie und Freunde so liebst, mit deinen Handlungen andere Familien und Freundschaften auseinanderreißt, innige Verbindungen kappst und das liebevolle Band zwischen Müttern und Kindern zerstörst; warum du, wenn du doch das Leben so liebst, dich jeden Tag für ihren Tod entscheidest, für ihren Tod bezahlst, dir ihren Tod einverleibst; so, als ob du die Inhaltsstoffe ihres Todes paradoxerweise zum Leben brauchst, ähnlich wie Atemluft oder Trinkwasser.

Ich frage dich, ob du wirklich denkst, es sei ein „Trend“, keine Persönlichkeiten mehr auslöschen zu lassen, dass es plötzlich „in“ ist, darauf zu verzichten, einem Individuum die Nichtexistenz aufzuzwingen, dass es etwas mit „Lifestyle“ zu tun hat, keine Lust mehr auf Vernichtung und Tod zu haben. Glaubst du, es geht hier um einen Haarschnitt, um Mode oder eine neue exotische Sportart, oder doch eher um die grundlegenden, moralischen und ethischen Fragen des Menschseins!?

Hinter jedem Stück Fleisch, hinter jedem Ei, hinter jedem Schluck Milch steckt(e) ein Geschöpf, eine Persönlichkeit, ein Charakter, eine Mutter, ein Vater, ein Kind, ein Freund, ein Individuum, ein Wunder des Lebens.
Das Leben ist keine Ware.
Warum ist das für dich so schwer zu verstehen?

 

P.S. Diese Illustration, sowie der Text, sind nicht Inhalt unserer Bücher.