St. Martinstag

Am Mittwoch, den 11. November, ist wieder „Martinstag“.
Das Datum des gebotenen Gedenktags im römischen Generalkalenders ist von der Grablegung des hl. Martin am 11. November 397 abgeleitet.
Der „Martinstag“ ist in Mitteleuropa von zahlreichen Bräuchen geprägt.
So verspeisen die Menschen z. B. die sogenannten „Martinsgänse“.
Ein historischer Erklärungsversuch für dieses Brauchtum geht davon aus, dass in Zeiten des Lehnswesens eine am „Martinstag“ fällige Lehnspflicht, eine Abgabe namens „Martinsschoß“, der Ursprung war. Da diese häufig aus einer Gans bestand, bildete sich die Bezeichnung „Martinsgans“ heraus, und weil der „Martinstag“ traditionell mit einer Kirmes oder einem Tanzmusikabend gefeiert wurde, bot es sich an, die Gans zum Festessen zu machen und an diesem Abend „festlich“ zu verspeisen.
Gern wird in Legenden erzählt, dass die „Martinsgans“ ihren Ursprung in Martins Leben habe:
So sollen zum Beispiel die Gänse durch ihr Geschnatter Martin verraten haben, als er sich im Stall versteckte, um der Wahl zum Bischof zu entgehen.
Eine andere Legende behauptet, Gänse hätten den Bischof beim Predigen gestört.
Zur Strafe wurden sie daraufhin geschlachtet.


Gänse sind äußerst liebenswerte und intelligente Lebewesen.
Sie haben einen ausgeprägten Familiensinn, bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu und trauern, wenn dieser stirbt.
In den Mastfarmen werden die meist erst zehn Wochen alten Gänsekinder kopfüber ans Fließband gehängt, welches sie - zumeist schlecht betäubt - zu einem rotierenden Messer fährt, das ihnen die Köpfe abtrennt.
Zuvor werden viele Gänse ohne Betäubung gerupft, um Daunen zu gewinnen.
Dabei werden den Tieren im Akkord sämtliche weichen Federn vom Körper gerissen; häufig kommt es hierbei vor, dass große Hautstücke mit ausgerissen werden.
In der Aufzucht werden tausende Gänse in kürzester Zeit auf ein maximales Gewicht gemästet.
Dies führt zu schmerzhaften Gelenkentzündungen, verkrüppelten und gebrochenen Beinen, Atemnot und Herzanfällen.
In der drangvollen Enge der Massentierhaltung kommt es vielfach vor, dass die schwachen Tiere zu Tode getrampelt werden.

Bei aller Liebe und dem Respekt allen Religionen gegenüber:


Welche „Tradition“ rechtfertigt das Misshandeln und Töten von Tieren in einer Zeit, in der wir wissen, dass sie ebenso leidensfähig sind wie wir Menschen, genauso an ihrem Leben hängen, weder Sachen noch Gegenstände sind, Freude empfinden, wenn die Sonne scheint, bei Verlust um ihre Kinder und Artgenossen trauern und für ihre Lebensqualität uns Menschen ihr Leben, ihr Fleisch, ihr Fell, ihre Haut, ihre Federn, ihre Wolle, ihre Daunen niemals freiwillig zur Verfügung stellen würden?
Keine „Tradition“ rechtfertigt das!
Traditionen sollten etwas Schönes sein.
Etwas, das uns ALLE beglückt!


Ist es nicht herrlich, dass jede/r von uns gleich heute damit beginnen kann, sich und die Welt zu verändern, indem sie/er anfängt, ihre/seine Gewohnheiten zu hinterfragen?
Das jede/r heutzutage die Möglichkeit hat, den Frieden und die Freiheit, den sie/er für sich selbst beansprucht, auch auf unsere Mitgeschöpfe zu übertragen?
Es ist Zeit für Empathie und Mitgefühl!
Es ist Zeit, ein Unrecht zu korrigieren:
Sich zu weigern, etwas zu nehmen, was uns Menschen niemals gehörte.
Es geht hier um Respekt und die Anerkennung für das Leben anderer.


P.S. Die Grafik, sowie der Text, sind NICHT Inhalt des Buches "Max & Fine" ("Max & Fiona“).
It´s Creativity, tho!