Der Ablasshandel

„Wiesenhof“, „Bauerngut“, „Alpenrind“, „Landliebe“, „Birkenhof“, „Gut Dreieichen“, „Gut Ponholz“.
Viele von uns kennen einige dieser Begriffe, die uns die Sicherheit der Bauernhofidylle geben, die wir von klein auf durch die Reklame, der Literatur, der Medienlandschaft und unseren Eltern vermittelt bekommen haben.

Es erinnert uns Erwachsene, die wir in der harten Realität der ständigen Existenzsicherung und der Rationalität leben müssen, an den Geschmack unserer Kindheit.
Auf Biegen und Brechen verteidigen wir diese Welt.
Koste es, was es wolle.


Doch diese bizarre, trügerische Welt, in der wir es uns so gemütlich gemacht haben, bekommt dicke Risse und um uns herum fällt der Vorhang.
Immer mehr und mehr Menschen lehnen Fleisch, Milch und andere tierische „Produkte“ ab und besitzen auch noch die Frechheit, es mit guten Argumenten lautstark in die Welt hinauszuposaunen.
Leider merken wir recht schnell, dass wir nichts in der Hand haben, um diesen oft klugen und informierten Menschen Paroli bieten zu können.


Wir ziehen uns zurück, vermeiden Diskussionen, igeln uns ein, stampfen mit dem Fuß auf den Boden auf, sind störrisch oder flehen um Hilfe.

Und das „System" erhört uns!

„Initiative Tierwohl“ (Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls
in der Nutztierhaltung mbH ) & das „Tierschutzlabel“ (Deutscher Tierschutzbund).
Mit dabei: „Westfleisch“, „Vion“, Tönnies“, „Wiesenhof“ und die vielen anderen Konzerne, die mit der zigmillionenfachen Ausbeutung und Tötung von empathiefähigen Lebewesen, von Schweinen, Rindern, Hühnern ihr Geld verdienen und somit unvorstellbares Leid verursachen; die sich plötzlich mit „artgerechter Tierhaltung“ schmücken, um unser arg gebeuteltes Gewissen zu beruhigen und uns glauben zu lassen, dass wir nur ein paar Cent mehr zahlen müssen, damit den Tieren geholfen ist.


Ein moderner Ablasshandel.


Laut diesen Unternehmen handelt es sich bei all den „Labels“ um ein „Zeichen für ein besseres Leben“.
Doch es endet mit dem Tod, denn es gibt kein „humanes“ Schlachten, kein „schönes“ Sterben, keinen „fröhlichen“ Tod, kein „Totstreicheln“ und kein Lebewesen will in ein Bündel voller Schmerzen und stummer Verzweiflung verwandelt werden.

Und wie kann etwas als ein Zeichen für ein „besseres Leben“ gewertet werden, wenn doch das „Leben“, das diese wunderbaren Kreaturen fristen müssen, schon von vornherein planmäßig und minutiös dem Tode geweiht ist; dass diese kurze Zeitspanne, die ihnen auf diesem Planeten vergönnt ist, auf Fremdbestimmung beruht, dass dieses „Leben“ wie eine billige Schachtel Schrauben verhökert wird?


Wir wissen eigentlich, dass das notwendige Bedürfnis dieser Tiere weit über die Definition eines „Labels“ hinaus geht, das diese „Labels“ nur den Umfang ihrer Ausbeutung festlegen und dass es vor allem am Interesse der Tiere vorbei geht.

Doch wir klammern uns wie Ertrinkende an diesen Rettungsanker, obwohl wir schon wissen, dass es keine Rettung vor der Realität gibt.


Letztendlich liegt es an uns, wie wir damit umgehen:
Entweder wir machen uns weiter etwas vor, finanzieren mit unserem Geld eine Industrie, für die Mensch und Tier ausgebeutet und getötet werden und blicken weiterhin in ihre grinsenden, falschen Gesichter, die uns den Tod schmackhaft machen wollen oder wir nehmen all unseren Mut zusammen und blicken hinter den Vorhang, hinter die Fassade, machen einen Schritt nach vorne und lehnen ihre „Produkte“, ihre „LebensMITTEL“, die letztendlich nichts anderes als LebeWESEN sind, ab.

Es macht Spaß, mutig zu sein, es ist ein befreiendes Gefühl, dieses grausame Spiel nicht mehr mitspielen zu müssen; es bringt uns wieder näher zu uns selbst, zu dem Menschen, der wir einmal waren, bevor wir auf die Taschenspielertricks der Industrie hereingefallen sind.


Alle empfindungsfähigen Lebewesen haben das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und ein Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Niemand, egal ob Mensch oder Tier, sollte für die Interessen anderer gequält oder getötet werden. Tiere brauchen wirkliche Rechte, die sie schützen.
Ein Recht auf ein Leben in Freiheit und vor allem ein Leben frei von Qual und Leid.
Wer Tiere schützen will, beraubt sie nicht ihrer Freiheit und zwingt sie zu einem kurzen und psychisch wie physisch schmerzhaften Leben, das letztendlich in einer Tötungseinrichtung endet.