Fine & Das Osterlamm

In einigen Tagen ist Ostern.
Ein Fest der Liebe und der familiären Zusammenkunft.
Wir freuen uns, dass nun der Frühling Einzug gehalten hat, die Natur zum Leben erwacht ist und es wieder wärmer wird.
Doch nicht für alle Lebewesen ist frohe Ostern, denn Lämmer, wehrlos gegen wilde Tiere und den Zugriff des Schlachters, waren schon in der Antike klassische Opfertiere.

Im Alten Testament erhielt Mose von Gott genaue Anweisungen, wie Opferlämmer zu töten sind.
Auch im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar und bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte ein Lammbraten zur Oster-Festtafel.
Doch nun, Jahrhunderte später, scheint ein Teil der Menschheit noch immer nicht in der Moderne angekommen zu sein, sondern verharrt noch in frühen Tagen, denn für die Osterfeiertage werden in Deutschland noch immer bis zu 100.000 Lämmer ihren Müttern entrissen (im Jahr 2014 waren es sogar insgesamt 874600 von den kleinen Lebewesen.), stundenlang in extrem beengte Bedingungen zusammengepfercht, dann mit Lastwägen ins Schlachthaus gekarrt, um dort letztendlich den schmerzhaften Tod zu finden.

Bei aller Liebe und dem Respekt allen Religionen gegenüber:
Welche „Tradition“ rechtfertigt das Töten von Tieren in einer Zeit, in der wir wissen, dass sie ebenso leidensfähig sind wie wir Menschen, genauso an ihrem Leben hängen, weder Sachen noch Gegenstände sind, Freude empfinden, wenn die Sonne scheint, bei Verlust um ihre Kinder und Artgenossen trauern und für ihre Lebensqualität uns Menschen ihr Leben, ihr Fleisch, ihr Fell, ihre Haut, ihre Federn, ihre Wolle, ihre Daunen niemals freiwillig zur Verfügung stellen würden?
Keine „Tradition“ rechtfertigt das!
Traditionen sollten etwas Schönes sein.
Etwas, das uns alle beglückt!

Ist es nicht herrlich, dass jede/r von uns gleich heute damit beginnen kann, sich und die Welt zu verändern, indem sie/er anfängt, ihre/seine Gewohnheiten zu hinterfragen?
Das jede/r heutzutage die Möglichkeit hat, den Frieden und die Freiheit, den sie/er für sich selbst beansprucht, auch auf unsere Mitgeschöpfe zu übertragen?
Es ist Zeit für Empathie und Mitgefühl!
Es ist Zeit, ein Unrecht zu korrigieren:
Sich zu weigern, etwas zu nehmen, was uns Menschen niemals gehörte.
Es geht hier um Respekt und die Anerkennung für das Leben anderer.