Schau mich an!

Jetzt liege ich hier und bin am Ende angelangt.
Kann mich nicht mehr bewegen.
Nicht mehr aufstehen.
Habe alles für dich gegeben.
Meine Milch.
Meine Kinder.
Mein Leben.

"Wisst ihr eigentlich, was mit alten, kranken Kühen passiert?

Die meisten "Milch"kühe werden, wenn sie zum Milch geben zu alt oder zu schwach sind, einfach aussortiert.

So, als ob sie irgendwelche Dinge wären und keine Lebewesen.

Im Jahre 1900 betrug die durchschnittliche jährliche Milchleistung einer Kuh 2165 Kilogramm.

2013 waren es schon 7352 Kilogramm.

"Hochleistungskühe" geben sogar 10 000 Liter und mehr.

1 Liter Milch entspricht 1,02 Kilogramm. ( Quellen: HIER & HIER )

Selektive Zuchtmethoden zur Erhöhung der Milchleistung hatten verheerende Auswirkungen auf die Kühe selbst, denn heute wird eine Milchkuh nur noch zirka 5 Jahre alt.

Danach ist ihr Körper so ausgezehrt, dass es nicht mehr rentabel ist, sie zu behalten.

Sie wird das, was die Industrie „verbrauchtes Schlachtvieh“ nennt.

Diese Kühe sind oft lahm, ausgemergelt und schwach.

Diese Lahmheit hat viele Ursachen, wie  Klauen - und Gliedmaßenerkrankungen.

Einige Kühe haben interne Erkrankungen wie Labmagenverlagerung, akute oder chronische Euterentzündungen oder sind einfach so sehr geschwächt, dass sie zu dem werden, was die Industrie "Downer" nennt.

"Downer" sind Tiere, die es nicht mehr schaffen, sich ohne fremde Hilfe zu erheben, zu stehen oder zu laufen.

Dafür gibt es einige Gründe:

Gebrochene oder ausgerenkte Hüften, gebrochene Beinknochen, infizierte Hufe mit Geschwüren oder schwere Erschöpfung.

Manche Transporte zum Schlachthof können für diese geschwächten Tiere sehr, sehr lang sein.

Manche schaffen es aber nicht einmal mit fremder Hilfe zum Transporter, der sie ins Schlachthaus bringt, und werden noch vor Ort von ihren Leiden erlöst."

Meine Eltern und ich, Fine, saßen still um den Küchentisch unseres Nachbarn, dem Bauern Herrn Karl, der uns zu Kakao, Kaffee und Kuchen eingeladen hatte, herum, und machten keinen Mucks.

Er unterbrach seine kleine Rede und blickte mich an, bevor er weitersprach:

"Vieles ist passiert, seit mir die kleine Fine hier die Augen geöffnet hat.

Früher war ich blind.

Ich habe meine Kühe geliebt, aber da ich auch von ihnen profitiert habe, habe ich lange Zeit das wichtigste im Leben ausgeblendet:

Nämlich, dass niemand das Recht hat, ein anderes Lebewesen für seine Zwecke zu benutzen.

Auch ich nicht."

Er schluckte sichtlich berührt.

"Ich habe es geschafft, mir ein neues Lebensziel gesteckt, wo von meiner Hände Arbeit niemand zu Schaden kommt.

Man muss flexibel im Leben bleiben und niemals vergessen: Jeder kann sich verändern."

Als er mit sprechen fertig war, tat ich etwas, was ich mir nie zu träumen gewagt hätte:

Ich stand auf und umarmte Herrn Karl.

Alle waren sichtlich überrascht, und am meisten Herr Karl, der gar nicht wusste, wie ihm geschah.

Er blickte mich an und sagte: "Danke, Fine, danke für alles!"

Ich setzte mich, ein wenig errötet, zurück auf meinen Platz.

Und wieder fragte ich mich, als ich das erfuhr:

Wozu das alles?

Nur dass der Mensch Milch trinken kann?

Probiert doch mal die leckeren Milchalternativen.

Dafür muss kein Tier sterben!

Eure Fine

Quelle: Animals Angels HIER & HIER

 

P.S. Dieser Text ist nicht Inhalt des Buchs "Max & Fine".
"Max & Fine" ist so konzipiert, dass die Geschichte auch nach dem großen Abenteuer, das die Hauptprotagonisten
Luise, Max & Fine zusammen erlebt haben, und das in dem Buch erzählt wird, hier im Blog, wie auch auf der FB Seite, weitergeht.

Manchmal sind es Erlebnisse, die zum "Kuhniversum" gehören, manchmal sind es leckere Rezepte oder einfach kleine Anekdoten, die zum Lachen einladen.

Manchmal sind es auch ernste Texte, wie dieser hier.

Das Anliegen ist, die Menschen auf Problematiken aufmerksam zu machen, die tatsächlich so geschehen.