Fine & das Kälberiglu

Wisst ihr eigentlich schon, was ein Kälberiglu ist?
Ich weiß es, doch ich war neugierig darauf, was darüber im Internet steht.
Mein Papa und ich sind gerade eben online gegangen und da heißt es zum Beispiel
bei Wikipedia, dass ein „Kälberiglu“ zum Schutz der Kälber da ist.
„Papa, vor wem müssen die Kälber denn geschützt werden?“
Mein Vater zuckt nur mit den Schultern und sagt:
„Eigentlich vor gar niemandem, außer von denen, die sie nach der Geburt von ihren Müttern trennen!“
Ich denke nach, während mein Vater laut weiter liest:
„Kälberiglus stehen außerhalb von Gebäuden, da frische Luft förderlich für die Gesundheit ist!“
Da müssen wir beide lachen.
„Förderlich für die Gesundheit ist doch, dass sie sich frei bewegen können und bei ihrer Mama bleiben, oder Papa?“
„Ja!“, sagt er zustimmend. „Und die Kälberiglus wurden nur erfunden und gelten heutzutage als normal, weil die Kälber nach der Geburt von den Müttern getrennt werden, damit sie deren Milch nicht wegtrinken können, die doch eigentlich für sie bestimmt ist.
Stattdessen trinken jetzt die Menschen die Milch und stellen daraus Käse, Butter und andere Milchprodukte her. Aber, wir beide wissen ja, dass das alles andere als normal ist, denn wenn das Kalb in das Iglu kommt, sehen sich Mutter und Kind nie wieder“, referiert er weiter und muss plötzlich lächeln.
„Warum lächelst du denn so, Papa?“, frage ich erstaunt.
„Das Thema ist nicht lustig, Fine, aber ich musste gerade an den Abend in unserer Küche denken. Weißt du noch? Als du entdeckt hast, dass Max in einem Kälberiglu steht und du es nicht verstanden hast...“
„Und ihr ganz schön erstaunt ward, dass ich all die Fragen gestellt habe!“, ergänze ich.
„Toll, dass das alles in deinem Buch steht, Fine! Dann wissen bald ganz viele Kinder und Erwachsene, die dein Buch lesen, Bescheid.“
Mein Papa blickt mich stolz an.
„Und jetzt schreiben wir das in deinen Blog und auf deine Facebookseite, Fine.“
„Was denn, Papa?“
„Das Iglus nur zu einem einzigen Zweck gut sind:
Damit die Inuit darin leben können!“