Fine feiert "All - Hallows Even" | "Samhain" (Halloween)

Als ich heute nachmittag mit meinem Fahrrad von der Kita nach Hause fahren wollte, warteten draußen schon Luise und Max auf mich.
Sie muhten mir freudig zu, als sie mich sahen.
"Was macht ihr denn hier?", fragte ich erstaunt.
"Wir wollten dich abholen, Fine!", schnaubte Max und lächelte.
Dabei fiel sein Blick auf meine kleine Tasche, die ich immer bei mir trug.
Heute war sie ein wenig ausgebeult, weil ich etwas hineingestopft hatte.
"Was hast du denn in deiner Tasche?", wollte er wissen.
"Einen Kürbis, Max. Heute ist doch Hallo Wien!
Ehrlich gesagt, wußte ich gar nicht genau, wie man das Wort ausspricht.
Ich wußte nur, dass mir meine Erzieherin in der Kita erzählt hatte, dass es ein alter Brauch mit Kürbissen war und dass es Süßigkeiten gab.
"Das heißt ´Halloween´, Fine!", schnaubte Max.
Wieder einmal war ich erstaunt, wo er das wohl aufgeschnappt hatte.
Auch Luise machte große Augen.
"Woher weißt du das denn, Max?"
Er schlug schüchtern seine Augen nieder und sein kleiner Schwanz schwang ein wenig hin und her.
"Ach, ich war gestern ein wenig im Dorf, um mir die Hufen zu vertreten, und da stand eine Frau, die es ihrem Kind erklärt hat. Und da konnte ich natürlich nicht weghören und habe mir alles gut gemerkt."
Ich mußte lachen. Max war wirklich unglaublich.
Stolz blickte Luise ihren Sohn an.
"Ist er nicht wunderbar, Fine?", muhte sie leise.
"Wollt ihr noch mehr hören?"
Luise und ich nickten begeistert und Max fing an zu erzählen während wir uns gemächlich aufmachten, zurück nach Hause zu kommen.
"Die ältesten Wurzeln des Halloween-Festes sind bei den keltischen Druiden-Priestern in Schottland und Irland zu finden. Doch Halloween setzt sich aus verschiedenen Traditionen zusammen:
Aus Bräuchen der Kelten, Römer und Christen!"
Er schaute uns an. "Kommt ihr noch mit?"
"Natürlich, Max. Wir sind total gespannt!", sagte ich.
"Also, die Kelten waren ein Volksstamm, der hauptsächlich in Großbritannien und Westfrankreich zu Hause war.
Das größte Fest der Kelten hatte den Namen ´Samhain´.
Das heißt übersetzt: ´Das Ende des Sommers´.

Dieses Fest wurde zum Winterbeginn gefeiert und da die Kelten noch einen anderen Kalender hatten als wir heute, war der Winterbeginn auch gleichzeitig das Ende des Jahres.

Sie glaubten, dass zu dieser Zeit die Grenze zwischen der irdischen Welt und dem Toten- und Geisterreich besonders durchlässig war.

Um so größer schien die Wahrscheinlichkeit, dass neben Feen und Elfen auch Geister von Verstorbenen umherspuken würden.

Mit Feuern und Verkleidungen wollte man sich vor allem vor bösen Geistern schützen.

Und da sie Angst vor den Geistern hatten, stellten sie in der Nacht vor ´Samhain´  Essen vor die Tür, um sie gnädig zu stimmen.

Mit gruseligen Verkleidungen und großen Feuern versuchten sie, die bösen Geister zu vertreiben.

Die Symbole Feuer, Geister und Verkleidung, mit denen wir heute noch Halloween feiern, sind Überreste der alten keltischen Bräuche.

Die Römer indes haben die keltischen Länder erobert und dort ihren Glauben und ihre Traditionen verbreitet:
Am 1. November feierten sie ein Fest zu Ehren der Göttin der Ernte.
Äpfel und Nüsse waren das Symbol für das römische Fest.
Noch heute gibt es bei vielen Halloween-Partys Spiele mit Äpfeln und Nüssen.
Bei den Christen führte Papst Bonifacius im 7. Jahrhundert das Fest ´Allerheiligen´ ein.
Der Feiertag war im Mai und an diesem Tag sollten alle Heiligen geehrt werden.
Später hat Papst Gregor III. dieses Fest auf den 1. November verlegt.
Dazu hatte er gute Gründe:
Er wollte das heidnische Fest ´Samhain´, das immer noch in dieser Nacht gefeiert wurde, durch das christliche ´Allerheiligen´ ersetzen.
Die Einwohner durften sich weiterhin maskieren - aber nicht mehr um böse Geister zu vertreiben, sondern um die Heiligen zu ehren.
Der Feiertag Allerheiligen wurde im Mittelalter ´All Hollows Day´ genannt.
Der Abend davor, also der 31. Oktober, hieß deshalb ´All Hollows Eve´.
´Eve´ ist die Kurzform vom englischen ´Evening´ und heißt übersetzt ´Abend´.
Daraus entstand schließlich das Wort ´Halloween´."
Max blickte uns gespannt an und wir waren baff.  Wir bekamen vor Staunen kein Wort heraus.
Luise strich ihm mit ihrer Schnauze liebevoll über das Fell.
"Oh, schaut mal!", rief er plötzlich und galoppierte davon.
Wir schauten Max nach, der auf die kleine Scheune zulief, in der er und Luise wohnten. Die Scheune stand, nur durch ein kleines Waldstück getrennt, in der Nähe unseres Hauses, in dem ich mit meinen Eltern, meinem Bruder Felix und meiner kleinen Katze Mietze wohnte.
"Muhu!", rief Luise erstaunt und schüttelte ihren Kopf. "Was ist denn hier los?"
Die Scheunentore standen weit offen.
Überall hingen und standen ausgehöhlte, orangene Kürbisse mit gruseligen Fratzen.
Laternen, in Form von weißen Gespenstern, baumelten von den Holzbalken, die quer an der Decke durch das ganze Gebäude verliefen.
In den Ecken hingen dicke, schwarze Spinnen, die mit ihren Beinen herumwedelten.
Dazu kicherte jemand ganz gräßlich.
Ein Spektakel, bei dem es mir kalt den Rücken runterlief.
Auch Luise hatte eine Gänsehaut, während Max das alles wohl total lustig fand, denn er rannte von einer Ecke der Scheune in die andere und freute sich diebisch.
Plötzlich kam eine wankende Gestalt unter einem weißen Tuch auf uns zu.
Luise muhte erschrocken auf und auch ich hielt den Atem an.
"Wah! Wah! Wah! Brrrr! Süßes oder Saures! Brr! Wahahahaha!", rief die Gestalt mit furchtbarer Stimme.
"Muhuhu!" Max stimmte in das Gejaule mit ein und schnaubte.
Dann galoppierte er auf die Gestalt zu, biß in den Stoff, zog an dem Tuch, dass sich von der Gestalt löste und zu Boden fiel.
Darunter kam jemand zum Vorschein, den ich bestens kannte:
Mein Papa.
Er grinste von einem Ohr zum anderen und streichelte Max, der immer noch übermütig herummuhte, über das Fell.
"Gefällt es euch hier?", fragte er uns.
Ich fiel ihm vor Freude um den Hals.
"Ich dachte, wir machen heute Abend eine richtig große Sause!", rief er.
Super, gegen Brause hatte ich nie etwas einzuwenden.
"Ein Fest, ein richtiges Halloweenfest, mit Verkleiden und Süßigkeiten!", erklärte mir mein Papa, als er meinen leicht verwirrten Gesichtsausdruck sah.
Noch einmal umarmte ich ihn und gab ihm einen Kuss, da hörte ich wieder ein gruseliges Jaulen, dieses Mal ganz nahe an meinem Ohr.
Ich erschrak und drehte mich um:
Meine Mama hatte sich leise angeschlichen.
Sie sah aus wie ein Vampir, ganz weiß im Gesicht, mit blutroten Lippen und falschen, spitzen Zähnen.
Sie balancierte ein Tablett mit duftenden Keksen auf ihrer Hand.
"Leckere Muffins, gefällig, junge Dame?", fragte sie mit knarrender Stimme.
Ich griff zu.
Die Muffins sahen wie Spinnen und Geister aus, schmeckten aber lecker schokoladig.
Auch an Luise & Max hatten meine Eltern gedacht:
Sie hatten allerlei frische, gut duftende Kräuter überall in der Scheune verteilt und meine beiden Freunde machten sich schon darüber her und kauten genüßlich darauf herum.
Nun entdeckte ich auch meinen kleinen Bruder Felix und Mietze, die vor einem Heuballen saßen und Max und Luise beim essen beobachteten.
Auch Felix war wie ein Gespenst gekleidet, mit großen Löchern im Laken, aus denen Mund, Augen, Arme und Beine herausschauten.
Lachend brabbelte er: "Ax! Ise! Ax Ise!"
"Auch für dich haben wir ein Gespensterkostüm, Fine!", knarrte meine Mama wieder unheimlich und hielt mir ein Tuch hin.
Flugs schlüpfte ich hinein und sah, dass auch aus Luise und Max Gespenster geworden waren:
Kuhgespenster.
"Das ist total lustig, Fine!", muhte Luise unter dem Kostüm hervor.
"Und jetzt?", rief ich neugierig.
"Jetzt?"fauchte meine Mama.
"Jetzt laufen wir ins Dorf und machen allen so richtig Angst. Die haben sicher noch nie Kuhgespenster gesehen!"
Da mußten wir alle laut lachen und machten uns auf ins Dorf.

Leckere Spinnen - und Geistermuffins:

Für 12 Muffins

Zutaten:

  • 200 Gramm Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 3 Esslöffel Kakaopulver
  • 100 Gramm Schokotröpfchen oder gehackte Zartbitterschokolade
  • 2 Esslöffel Sojamehl
  • 120 Gramm Zucker
  • 100 Gramm weiche Margarine
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • zirka 250 Milliliter Sojamilch

Für die Spinnen:

  • Zartbitter-Glasur
  • Zartbitter-Schokostreusel
  • Lakritzschlangen oder andere vegane Schnüre
  • Marzipanrohmasse
  • Schokotröpfchen

Für die Geister:

  • Marzipanrohmasse
  • Schokotröpfchen
  • Mokkabohnen

Zubereitung:

1. Mehl, Backpulver, Kakaopulver, Schokoladentröpfchen und Sojamehl in einer Rührschüssel vermischen.
In einer anderen Schüssel den Zucker zusammen mit der weichen Margarine und dem Vanillezucker mit dem Mixer gut verrühren.
Die flüssigen und die trockenen Zutaten mit dem Mixer untereinander heben und Sojamilch zugeben, bis ein zäher, aber nicht zu fester Teig ensteht.
Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 180 Grad auf mittlerer Schiene 20-25 Minuten backen.
2. Für die Spinnen bestreicht man die abgekühlten Muffins mit geschmolzener Schokoladenglasur und wälzt sie in Schokostreuseln. Aus den Lakritzschnüren pro Muffin 8 etwa 5 Zentimeter lange Stücke schneiden.
An beiden Seiten des Muffins je 4 Löcher stechen und die Lakritzschnüre einstecken. Eventuell noch mit etwas Schokoglasur fixieren. Aus Marzipanrohmasse die Augen formen und aufsetzen. Zuletzt die Schokotröpfchen als Pupillen aufdrücken.
3. Für die Geister Marzipanrohmasse zu Kreisen mit zirka 15-20 Zentimeter Durchmesser dünn ausrollen. Locker mit Faltenwurf auf die abgekühlten Muffins legen.
Zuletzt Schokotröpfchen für die Augen und eine Mokkabohne für den Mund aufsetzen.
Gefunden hat meine Mama das HIER
Und die Informationen, die Max von der Frau im Dorf hatte, stehen HIER