Maronen-Möhren-Cupcakes mit Maronencreme

"Was macht ihr denn da?", fragte ich Luise & Max, als ich sie bei ihrer kleinen Scheune, in der sie seit einigen Wochen glücklich lebten, besuchen kam.

Sie standen um eine kleine, stachelige Kugel herum und kickten sie mit ihren Füßen hin und her.

"Wir versuchen, dieses stachelige Ding zu öffnen, Fine!", schnaubte Max.

"Das ist aber gar nicht so einfach, denn die tun ganz schön an den Füßen und am Mund weh!", ergänzte Luise muhend.

"Warum wollt ihr das Ding denn aufmachen? Ist da etwas drin?"

Ich hob vorsichtig die runde, stachelige Kugel vom Boden auf, legte sie in eine meiner Handflächen und begutachtete sie.

"Fine!", rief Max. "Das ist eine Esskastanie. Die ist total lecker."

"Esskastanie?"

Jetzt war ich neugierig geworden.

"Ja, Esskastanie. Man nennt sie auch ´Marone´ oder Édelkastanie´, Fine!", erklärte Max mir.

"Aber nicht zu verwechseln mit der Rosskastanie, denn die ist ungenießbar und sogar giftig!"

Luise schüttelte mahnend ihren Kopf.

"Und wie erkennt man den Unterschied?", wollte ich wissen.

"Die Schale der Esskastanie hat viele kleine Stacheln. Die Kastanie selbst hat oben eine kleine Spitze.

In ihrer Braunfärbung hat sie leicht erkennbare, dunklere Streifen. Weil die Esskastanie meist als Pärchen in einer Fruchthülle steckt, ist sie in der Regel an einer Seite flach. Der Fleck an der Unterseite ist in der Regel bräunlich."

Ich hörte atemlos zu.

"Woher weißt du denn das alles, Max?"

"Ach, das habe ich irgendwo aufgeschnappt, Fine!", wiegelte er sichtlich geschmeichelt ab.

"Die Schale der Rosskastanie hat weniger, aber dafür dickere Stacheln. Die Rosskastanie selbst ist oben glatt und die Färbung ist eher gleichmäßig braun, manchmal gefleckt, aber nicht gestreift, die Form ist rundlicher.

Der Fleck an der Unterseite ist bei der Rosskastanie heller als bei der Esskastanie.", muhte er noch und fing an zu grasen, als wenn nichts gewesen wäre.

Luise blickte mich gespannt an.

"Bekommst du die Kastanie auf?", fragte sie mich.

"Ich versuche es, Luise!"

Ich drückte an der stacheligen Kugel herum und öffnete sie.

Dabei musste ich ganz schön aufpassen, dass mir die Stacheln nicht die Hände aufritzten.

Doch ich schaffte es.

Ich hielt Luise die Kastanie hin und mit einem Happs hatte sie sie im Mund und kaute genüßlich darauf herum.

"Mmh, lecker!", schnaubte sie.

"Komm mit, Fine, ich zeige dir den Kastanienbaum. Dort kannst du noch mehr von denen sammeln.", sagte Max und ging voran Richtung Bach.

Die Blätter der Bäume wehten in den schillernsten Farben durch die Luft und eine frische Brise kam auf.

Der Herbst war da.

Mir wurde kalt.

"Brr!", machte ich und Luise schmiegte sich beim laufen an mich, um mich ein wenig zu wärmen.

Ich streichelte ihren Rücken. Das mochte sie am liebsten.

Versteckt am Bach, an einer Stelle, an der ich vorher noch nie war, stand der Maronenbaum.

An den Ästen hingen die stacheligen Früchte.

Ziemlich viele waren auch schon herunter gefallen und hatten sich beim Aufprall geöffnet.

Ich pulte Marone für Marone aus der Schale heraus und gab sie Luise & Max zum essen.

"Ach, mein kleines Töchterchen!", hörte ich plötzlich eine wohlbekannte Stimme.

Ich drehte mich um und grinste breit.

Meine Mama!

Am Arm trug sie einen kleinen Korb und ich konnte mir schon denken, was sie hier wollte:

Maronen sammeln.

Luise & Max begrüßten meine Mama herzlich muhend.

"Was haltet ihr von Maronen - Möhren Cupcakes mit Maronencreme?", rief sie und ich sah, dass Luise und Max mit dem Kopf schüttelten, mir aber (wieder einmal) das Wasser im Mund zusammenlief.

Wir sammelten flugs viele Maronen und Mama verabschiedete sich so schnell, wie sie gekommen war.

"Du hast eine tolle Mama, Fine. Heute Abend gibt es bei euch sicher wieder leckere Kekse!", muhte Max leise.

"Die heißen KackKäiks, oder so!", erwiderte ich.

"Lasst uns noch ein wenig durch den Wald laufen. Habt ihr Lust?", rief er und sprang davon.

Luise lächelte sanft, als sie ihrem Sohne hinter her blickte.

"Er wird von Tag zu Tag größer, Fine!", muhte sie.

"Ach, Luise. Es ist so schön, dass ihr bei mir seid!"

Ich umarmte sie fest.

"Los, Luise, hinterher jetzt, sonst ist Max bald über alle Berge!", rief ich und wir liefen und galoppierten so schnell wir konnten hinter Max her.

Später, als ich nach Hause kam, duftete es im ganzen Haus nach leckeren KackKäiks.

Mama hat euch sogar das Rezept aufgeschrieben und läßt schön grüßen.

Alles Liebe und einen tollen Herbstanfang wünscht euch

Eure Fine.

 

Maronen-Möhren-Cupcakes mit Maronencreme:

Die Esskastanien habe ich für ein paar Stunden in Wasser eingeweicht und danach die Schale mit einem Messer kreuzweise eingeritzt.
Dann habe ich die Kastanien in einen Kochtopf mit Wasser (so, dass sie mehr als bedeckt sind) gefüllt und mit einem Deckel zugedeckt ca. 10 - 20 Minuten lang gekocht.
Nach dem Kochen habe ich das Wasser abgegossen und die Kastanien abkühlen lassen, bis man sie mit der bloßen Hand anfassen konnte.

Anschließend habe ich das Innere der Kastanien heraus gepresst und in einen tiefen Teller gegeben.

Zum Schluss habe ich das Kastanienfleisch mit ein paar Esslöffel  Hafermilch püriert, so dass ich Maronenpüree wie im Urlaub in Frankreich hatte.


Zutaten für den Teig:

(ca. 12 – 15 Cupcakes)

 140 Gramm weiche Margarine (z.B. Alsan)

150 Gramm Rohrohrzucker

½ Teelöffel Vanille

200 Gramm Maronenpürree (bei mir selbstgemacht aus Esskastanien)
oder aus der Dose (z.B.  Clement Faugier)

9 Esslöffel Hafermilch
2 Esslöffel Apfelessig

150 Gramm geraspelte Möhre
250 Gramm Dinkelmehl
1 Teelöffel Zimt

eine Prise Salz
ein Päckchen Backpulver

 

Für die Maronencreme:

 150 Gramm Maronenpürree

1 Esslöffel Hafermilch
3 Teelöffel Kakao
80 Gramm Puderzucker

120 Gramm weiche Margarine

 

Für den Teig schlagt ihr die weiche Margarine mit dem Rohrohrzucker und der Vanille mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe schaumig.( zirka 3 Min.)

Dann raspelt ihr 150 Gramm Möhren und fügt sie mit dem Maronenpüree, der Hafermilch und dem Apfelessig zum Grundteig mit dem Handrührgerät dazu.

Anschließend gebt ihr das Dinkelmehl, Backpulver, Zimt und die Prise Salz hinzu und verrührt das Ganze nur noch mit einem Kochlöffel, bis sich die Zutaten miteinander verbunden haben.

Nun füllt ihr den Teig in ein Muffinblech mit Papierförmchen und lasst alles bei 180 Grad für 25 – 30 Minuten backen.

Während des Backens könnt ihr die Maronencreme zubereiten.

Dafür schlagt ihr das Maronenpüree, die Hafermilch, den Kakao, die Margarine und den Puderzucker mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe schaumig und stellt die Creme kühl.

Nach dem Abkühlen habe ich die Maronencreme mit einer Spritztülle auf die Cupcakes verteilt und sie mit bunten Zuckerstreuseln verziert.

Das Originalrezept hat meine Mama hier gefunden: Vegan Food Nerd