Fine macht sMUHsies

„...Und nimm deinen Nachtisch mit, wenn du zu Luise & Max gehst, Fine!“, rief meine Mama.
„Ich mag aber kein Obst!“, rief ich zurück, während ich aus dem Wohnzimmer über die Terrasse lief, direkt auf dem Weg zu meinen beiden besten Kuhfreunden, die auf der kleinen Weide hinter unserem Haus auf mich warteten.
„Was ist denn los, Fine?“, begrüßte mich Luise, die gerade leckere Kräuter kaute. „Ach, Luise!“, seufzte ich. „Mama wollte mir nach dem Mittagessen wieder Obst unterjubeln. Dabei weiß sie doch ganz genau, dass ich das überhaupt nicht mag."
„Und Smuhsies?“ ,fragte Max, der hinter Luise hervorsprang.
„Smuhsies? Was soll das denn sein?“, wollte ich wissen.
„Obst zum Trinken!“, muhte Luise.
„Obst zum Trinken? Wo habt ihr das denn aufgeschnappt?“
Max erzählte, dass er mit Luise heute morgen im Dorf, wo sie schon so bekannt wie bunte Kühe waren, einige Kinder getroffen hatten.
Sie tranken etwas, dass sie Smuhsies nannten.
„Das habe ich mir gemerkt, weil das Wort ´Muh´ darin vorkam.“, sagte Max lächelnd.
Ich dachte nach, bis Luise mich aus meinen Gedanken riss:
„Puh, es ist wieder so heiß heute. Lasst uns doch an den Bach laufen und uns ein wenig im Wasser abkühlen!“
„Au ja, Mama, eine tolle Idee!“, rief Max und auch ich war begeistert.
Also liefen wir gemächlich die Weide herunter.

Die anderen Kühe lagen faul unter den Bäumen im Schatten und hielten Siesta. Ich grüßte sie, als wir an ihnen vorbeiliefen und sie muhten leise zurück.
Am Bach angekommen, liessen wir uns ins kühle Nass plumpsen.
Ah, das tat gut!
Ich holte meine kleine Bürste aus der Tasche und begann, Luise und Max sanft den Rücken zu bürsten.
Die beiden schnaubten glücklich.
„Das tut richtig gut, Fine!“, muhte Max. „Leider kommen wir mit den Hufen so schlecht an unseren Rücken, wenn es juckt.“ Luise lachte leise und blickte Max mütterlich verliebt an. Auch sie genoss es, im flachen Bachbett zu liegen und sich verwöhnen zu lassen.
„Ach, hier seid ihr!“ Plötzlich stand meine Mama vor uns. Sie grinste von einem Ohr zum anderen.

„Hätte ich mir ja denken können, dass ihr ein Bad nehmt.
Hallo Luise. Hallo Max.“
Luise und Max nickten zur Begrüßung mit dem Kopf und verscheuchten ein paar Fliegen mit ihren Schwänzen.
„Bleibt ruhig liegen, ihr Lieben. Fine, ich habe dir deinen Nachtisch mitgebracht, den du nicht mochtest.“
„Ach, Mama, ich will kein Obst!“
Ich war sauer, doch meine Mama ließ nicht locker.
„Das weiß ich, Fine. Aber ich möchte, dass du wenigstens mal probierst, denn es ist kein gewöhnliches Obst. Schau mal!“
Sie hielt plötzlich ein Glas in der Hand. Darin schimmert eine lila - blaue Flüssigkeit.
„Ein Smuhsie!“, muhte Max.
Meine Mama lächelte. Sie konnte Max nicht so verstehen, wie ich es konnte. Alles was sie hörte, war ein normales "Muh!"
Doch sie nickte ihm zu:
„Dein kleiner Kuhfreund hat völlig recht. Das ist ein Smoothie!“
Komisch, sie sprach das Wort ganz anders aus als Max.
„Aber es heißt doch ´Smuhsie´, Mama. Du musst es richtig aussprechen.“
Sie lächelte mich an:
„Fine. Das Wort kommt aus der englischen Sprache, wird ´Smoothie´ ausgesprochen und heißt auf deutsch soviel wie ´Ganzfruchtgetränk´.
Ich habe einfach Blaubeeren, zwei Bananen, Haferdrink und ein wenig Minze in unseren Mixer getan und heraus kam das hier!“

Sie nahm einen Schluck aus dem Glas.
Der Smuhsie schien richtig gut zu schmecken, denn sie lächelte selig.
„Ich gehe dann mal wieder, Fine, denn du magst ja kein Obst.“, sprach sie, drehte sich um und ging zum Haus zurück.
Ich wußte, dass es ein Trick war, um mir Obst schmackhaft zu machen und ich bemerkte, dass ich voll darauf hereinfiel.
„Probier doch mal, Fine!“, schnaubte Max leise.
„Mama, warte! Ich probiere den Smuhsie.“
Sie kam zurück und reichte mir das Glas.
Ich blickte die cremige Flüssigkeit, die weder fest noch flüssig war, skeptisch an.
„Na, mach schon!“, muhte Luise.
Also trank ich.
Und es schmeckte toll.
Ich trank noch einen Schluck.
Boah, war das lecker.
Sekunden später hatte ich das Glas geleert. 
„Du hast ganz blaue Lippen!“, rief Luise.
„Gibt es noch mehr davon, Mama?“, wollte ich wissen.
„Im Kühlschrank in der Küche habe ich noch einige Gläser stehen.“, entgegnete sie.
„Oh, toll. Kann ich noch einen haben?“ bat ich.
„Ich dachte, du magst kein Obst?“, sagte sie neckisch.
„Doch! Ich liebe Obst!“
Jetzt musste ich lachen und wischte mir den Mund ab.
Meine Hand war ganz blau.
"Ich war heute morgen auf dem Markt und habe viel Obst und Gemüse eingekauft. Wenn du Lust hast, kannst du auch andere Smoothies ausprobieren, Fine!“, schlug meine Mama vor.
„Ist das denn schwierig?“, wollte ich wissen.
„Nein, ganz einfach. Nimm doch Luise und Max mit und ich zeige euch, wie es geht.“
Luise und Max waren fix auf den Beinen und schüttelten sich das kalte Wasser aus dem Fell, nahmen noch einmal einen tiefen Schluck aus dem Bach und trabten dann neben meiner Mama und mir her, bis wir zu unserem Garten kamen.
„Wartet hier, ihr beiden. Ich laufe schnell in die Küche, hole das Obst, den Mixer und dann machen wir gemeinsam Smuhsies.“, rief ich und Luise und Max muhten begeistert.
In der Küche war es angenehm kühl. Mama hatte meinen kleinen Bruder Felix auf dem Arm und räumte die Sachen aus dem Kühlschrank, die wir für die Smuhsies brauchten:
Kokosmilch, Sojajoghurt, Wasser, Eiswürfel, Karotten - und Apfelsaft.
Sie stellte alles auf ein Tablett, auf dem schon eine Obstschale mit Bananen, Rote Bete, Mango, Blaubeeren, Äpfel, Zitronen, Minze und Öl stand.
Dann brachte sie Felix nach draussen auf die Terrasse, setzte ihn in den Bollerwagen unter die Markise, kam wieder in die Küche und gab mir einen Kuss auf die Stirn: „Du wirst sehen, das geht ganz schnell und es wird dir schmecken.“ sagte sie und trug das Tablett ebenfalls raus.
Zuerst schlug Mama vor, einen 

Apfel - Karotten - Rote Beete - Smuhsie  zu mixen.
Dafür brauchten wir:
2 Äpfel
1 kleine rote Bete (150 Gramm)
1 Zweig Minze
250 Milliliter Karottensaft, gekühlt
100 Milliliter Apfelsaft, gekühlt
Saft einer halben Zitrone
2 Esslöffel Rapsöl
Äpfel und Rote Bete schnitten wir mit einem scharfen Messer in kleine Würfel. Die Minze zupften wir von den Stielen. Mit dem Karottensaft, dem Apfelsaft, dem Saft der halben Zitrone und dem Rapsöl gaben wir alles in den Mixer und mixten alles gut durch, bis eine cremige Flüssigkeit entstand. (Tipp: Falls euer Mixer die Rote Bete nicht schafft, könnt ihr auch naturbelassenen Rote Bete Saft benutzen.)
Nachdem wir fertig waren, kam der zweite dran:
Ein Mango - Kokos - Smuhsie
Dafür benötigten wir:
1 gelbe Mango
240 Milliliter Kokosmilch
2 Esslöffel Sojajoghurt
4 Eiswürfel
Alle Zutaten gaben wir wieder in den Mixer.
Ich drückte auf den Knopf und Sekunden später war aus den Zutaten eine cremige Masse entstanden.
Luise und Max staunten nicht schlecht, als sie sahen, dass ich noch einmal mit Freude probierte:
Lecker!
„Für ein kleines Mädchen, das kein Obst mag, scheinst du Obst richtig zu mögen!“, muhte Luise und lächelte. „Wollt ihr auch mal probieren, ihr beiden?“, fragte ich. „Minze!“, schnaubte Max. „Die Minze würde ich gerne mal probieren, Fine!“
Ich gab Max die Minze, die er in einem Happs verschlang. „Lecker!“, schnurrte er dann wie eine Katze.
Apropos schnurren: Wo war denn Mietze, unsere kleine Katze?
Als ob sie meine Gedanken gelesen hatte, sprang sie behände auf den Terrassentisch.
„Hier bin ich, Fine! Immer in deiner Nähe. Ich muss doch auf dich aufpassen!“, maunzte sie mir zu und ich streichelte ihre Ohren.
Meine Mama schaute in die Runde: „Jetzt sind wir ja fast alle vollzählig, fehlt nur noch....“
„Meintest du mich?“
Wir fuhren herum. In der Terrassentür stand mein Papa und schwitzte ziemlich.
„Ist das eine Hitze. Ich bin so schnell wie möglich geradelt und hatte darauf spekuliert, dass der Fahrtwind mich ein wenig kühlen würde, aber: Pustekuchen! Jetzt schwitze ich noch mehr! Ich brauche erst einmal was zu trinken. Ah, hallo, Luise, Max und Mietze. Schön, euch zu sehen. Und euch natürlich auch, meine Lieben!“, schnaufte er und gab mir, meiner Mama und meinem kleinen Bruder einen Kuss: „Ise! Ax!“, brabbelte der und ich nahm ihn auf den Arm.
„Was ist das denn?“, fragte mein Papa und zeigte auf die Gläser. „Smuhsies!“, riefen wir alle wie aus einem Mund.

Mein Papa runzelte die Stirn, nahm ein Glas und leerte es in einem Zug.
„Oh, lecker! Gibt es noch mehr davon?“, fragte er neugierig.

Meine Mama verschwand in der Küche und holte den Smuhsie nach draussen, den ich vorhin am Bach schon probiert hatte:
Blaubeer - Bananen - Smuhsie
Und da drin waren:
2 Bananen
150 Gramm Blaubeeren
80 Milliliter Haferdrink
etwas Minze
Meine Mama hatte die Bananen & Blaubeeren in den Mixer gegeben, das Obst mit etwas leckerem Haferdrink aufgefüllt und gemixt.
So standen nun viele Gläser mit den unterschiedlichsten Smuhsies auf dem Tisch und wir tranken einen nach dem anderen aus.

Luise und Max legten sich in den Schatten der Markise und kauten neben dem Gras, dass sie vom Rasen zupften, hin und wieder ein wenig Minze. „Wirklich gut, diese Minze.“, brummten sie zufrieden.
Mietze hingegen mochte weder die Obstleckereien noch die Minze. Sie trank lieber Wasser.
„Mama!“, sagte ich. „Eine Frage habe ich noch: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Fruchtsaft und einem Smuhsie?“
Meine Mama dachte kurz nach: „ Für einen Saft füllt man Obst, aber auch Gemüse und Blattgemüse in einen Entsafter. Dort werden dann feste von flüssigen Pflanzenteilen getrennt. Für einen Smoothie landen die ganzen Früchte und das Gemüse nicht im Entsafter sondern in einem Mixer. Zusätzlich gibt man noch etwas Flüssigkeit wie z.B. Wasser, Kokoswasser/-milch, Sojajoghurt oder Pflanzenmilch dazu und mixt alles so lange , bis eine flüssige, leicht breiige Masse entsteht.“
Ich hatte eine schlaue Mama.
Wir hatten alle noch einen tollen Nachmittag und seit heute war ich der größte Obst - Fan weit und breit.
Probiert es doch mal selbst aus, es wird euch schmecken.
Bis Bald, liebe Freunde!
Eure Fine, Luise, Max & Mietze.