Gemüse selbst anbauen IV - Der Große Tag

Endlich: Heute ist der große Tag!

Denn heute kommen alle Pflänzchen ins Gemüsebeet.
Leider war das Wetter die letzten Tage ganz schrecklich ungemütlich und einige der Pflanzen lassen jetzt traurig die Köpfchen hängen. Doch der Wetterbericht sagt, dass es jetzt sehr sonnig und warm werden soll.
Beim Frühstück war ich schon ganz kribbelig und vor Aufregung bekam ich keinen Bissen herunter.

Mama und Papa beeilten sich auch mit dem Essen und selbst unsere Katze Mietze wusste, das es jetzt ernst werden würde:
„Du wirst schon sehen, Fine. In einigen Wochen ist unser Gemüse groß und dann können wir ernten.“, zwinkerte sie mir zu.
Zuerst liefen meine Mama und ich ins Wohnzimmer und sammelten die Buschbohnen, den Kohlrabi, den Salat und die Radieschen ein, die dort auf der Fensterbank auf uns warteten.
Mein Papa war derweil auf dem Dachboden, denn dort standen die Tomaten, Zucchini, Paprika, die Erdkirsche, der Mangold, der Blutampfer und der Chili zur Abholung bereit.
Als wir alles in den Garten getragen hatten, holte ich meinen Plan aus meiner Tasche.

Ich hatte mir nämlich schon viele Gedanken gemacht:

Welche Pflanze kommt an welchen Platz?

Welche Pflanzen vertragen sich nicht als Nachbarn?

Welche Pflanzen bevorzugen einen sonnigen Platz und welche bleiben lieber im Schatten?
Meine Eltern schauten mir gespannt zu, wie ich die kleinen Setzlinge mit den Torftöpfchen ins Beet stellte und so ihre endgültigen Standorte markierte.
Dann kletterte ich über den kleinen Zaun und fing an, eine nach der anderen von den Töpfchen zu befreien und ins Beet zu setzen.
Meine Mama und mein Papa halfen mir natürlich dabei und nach einer Stunde war die Arbeit getan.
„Jetzt spannen wir noch ein Netz, Fine, damit die Pflänzchen ein wenig vor Wind und Regen geschützt sind.“
Meine Mama zauberte ein riesiges, grünes Netz hervor. Ich staunte nicht schlecht und erinnerte mich daran, daß sie vor einigen Tagen im Baumarkt kurz verschwunden war, um etwas zu besorgen, was ich nicht sehen durfte.

"Sei nicht so neugierig, das ist eine Überraschung!", flüsterte sie dort geheimnisvoll, als ich wissen wollte, was sie hinter ihrem Rücken verbarg.
Wir befestigten das Netz rings um das Beet an den Bäumen und Sträuchern, an dem kleinen Zaun, sowie an der Terrasse.  Flugs befand sich das Gemüsebeet unter dem Netz. Natürlich ließen wir einen kleinen Eingang frei, durch den ich ins Innere  gelangen und mit Wäscheklammern verschließen konnte, so daß auch Mietze, die immer wieder neugierig durch das Zäunchen lugte, nicht auf die Idee kam, hinein zu hopsen.
Mein Gemüsebeet. Ich war ziemlich stolz und grinste vor Freude von einem Ohr zum anderen.
„Jetzt würden sich deine neuen, grünen Freunde freuen, wenn du sie regelmäßig gießt und ab und zu mal durch die Gemüsereihen harkst oder die verdorrten Blätter entfernst, Fine.“, sagte meine Mama, als sie mit selbstgemachter Limonade zurück in den Garten kam.
„Oh, ja. Gleich wenn ich aus der Kita wiederkomme und Luise und Fine versorgt habe, kümmere ich mich um das Gemüsebeet.“, rief ich und nahm einen großen Schluck aus meinem Limonadenglas.
„Vielleicht helfen dir deine beiden Freunde ja, was meinst du?“ lachte mein Papa und zeigte mit dem Finger hinter mich.
Ich fuhr herum und sah, das Luise und Max hinter mir standen und ein wenig Gras aus dem Rasen rupften.
Ich sprang auf, lief eilig zu ihnen hin und umarmte sie.
„Das hast du toll gemacht, Fine!“, muhte Luise anerkennend und Max, der gerade mit seinem immer noch kleinen Schwänzchen Fliegen verscheuchte, nickte anerkennend dazu:
„Wir helfen dir ganz bestimmt, Fine. Versprochen. Auch wenn wir noch nicht genau wissen, wie!“
Ich umarmte die Beiden noch fester und war überglücklich.

Wir saßen noch einige Stunden im Garten, ließen uns die Sonne in die Gesichter scheinen und aßen selbstgemachte, vegane Schokoriegel. Wie man die macht, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag.

Bis Bald, liebe Freunde.

Eure Fine