Gemüse selbst anbauen I

Mein Papa hatte vor einigen Wochen eine tolle Idee:

"Wie wäre es, Fine, wenn du dieses Jahr selbst Gemüse anbaust? Wir haben im Garten mehr als genug Platz!"

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich ihm vor Freude um den Hals gefallen bin.

Mein Papa erklärte mir dann Schritt für Schritt, wie das geht.

"Zuerst brauchen wir Samen, Fine. Weil aus den Samen die Pflanzen kommen.

Ich kenne da jemanden, bei dem bekommen wir richtig gute Samen: 

Arche Noah, heißt die Firma."

"Das ist aber ein lustiger Name, Papa!", entgegnete ich. 

Er lächelte.

"Weißt du, Fine. Samen sind nicht gleich Samen. Es gibt Hybridsamen, die nicht so gut sind, die es aber fast überall zu kaufen gibt, und samenfeste Sorten, die man nicht so leicht findet. Komm, wir schauen uns mal den Unterschied an!"

Mein Papa machte seinen Computer an und klickte auf einen Link, dann erschien ein Video auf dem Bildschirm:

Samenfeste Sorten & Hybrisorten: Was ist der Unterschied?

"Siehst du? Das ist der Unterschied, Fine!", sagte mein Papa, als wir den kurzen Film zu Ende geschaut hatten.

Toll, das Papa so gut Bescheid wußte.

Ein paar Tage später hatten wir die ersten Samen besorgt:
Radieschen, Buschbohnen, Kohlrabi,  Roter - und grüner Salat, Bienenweide (eine ganz tolle, bunte Blume), Sonnenblumen und das "Färber - Mädchenauge" (auch eine tolle, bunte Blume). 

Wir füllten Anzuchterde in kleine Torf - Töpfchen, drückten die Radieschen, den Kohlrabi, den Salat und die Buschbohnen - Samen vorsichtig in die Erde und bedeckten sie mit noch mehr Erde. Dann haben wir sie vorsichtig gegossen.

Die Bienenweide und das Mädchenauge würden wir erst im Mai direkt ins Beet säen.

"Jetzt müssen wir Geduld haben, Fine!", erklärte mein Papa. "Das kann jetzt zehn bis zwölf Tage dauern, bis die Samen anfangen zu keimen. Und da es draussen noch zu kühl ist, stellen wir die Töpfchen hier bei uns ins Wohnzimmer auf die Fensterbank."

In der nächsten Zeit lief ich jeden Morgen nach dem Aufstehen gespannt zu den Töpfchen. Nach ein paar Tagen sah ich die ersten Pflänzchen, wie sie zaghaft ihre Köpfe aus der Erde heraus streckten. Ich freute mich sehr.

"Wenn sie größer werden, topfen wir sie noch einmal um, Fine, und Mitte Mai kommen sie dann in den Gemüseacker.", sagte mein Papa und fügte hinzu:

"Ich habe auch noch eine Überraschung!  Ich habe Jungpflanzen gekauft, die aber erst Ende April geliefert werden. Die sind schon größer, die mußt du nur noch in das Gemüsebeet setzen und dann schön pflegen."

"Juhu!", rief ich. "Was für Pflanzen sind es denn?"

"Chili Feuerwerk, Cocktailtomate Gelbe Dattelwein, Cocktailtomate Delfs Cocktail,  Erdkirsche, Zucchini Gold Rush,
Zucchini Zelena Tikvica, Schwarze Fleischtomate, Gemüsepaprika Sweet Chocolate, Gemüsepaprika Sommergold, Gurke Marketmore, Salattomate Quedlinburger Frühe Liebe, Blutampfer, Mangold Five Colours."

Puh! Mir schwirrte der Kopf von so vielen Namen, aber ich stellte mir meinen Gemüseacker schon in den schönsten Farben vor, mit vielen Bienen, Schmetterlingen und auch unsere kleine Katze Mietze würde dort ihren Spaß haben. Ich drückte meinen Papa ganz fest, als meine Mama ihren Kopf ins Wohnzimmer streckte: "Los, ihr Gärtner, wir machen uns jetzt einen schönen, knackigen Salat und setzen uns in den Garten. Ich habe gesehen, das Max & Luise auch da sind. Aber die knabbern wohl lieber an unserem Rasen herum!", sagte sie lachend. Ich lief so fix ich konnte, nach draussen und wurde von meinen beiden Kuhfreunden mit einem freudigen Muhen empfangen.

 

Das braucht ihr zum anpflanzen:

Gartenhandschuhe

Torftöpfchen

Samen (am besten samenfeste Sorten. Bekommt ihr im Bioladen)

Anzuchterde (nicht gedüngte Erde)

Eventuell eine kleine Handschaufel

Viel Sonne

Wasser

Ein wenig Geduld

 

P.S. Mein Papa hat ja schon erwähnt, das ich die kleinen Pflänzchen später noch umtopfen muss.

Das Umtopfen nennt man "pikieren" oder "vereinzeln".

Ich habe ja mehrere der Samen jeder Gemüsesorte  in jeden einzelnen Topf gestreut und wenn alle keimen und sprießen, nehmen sie sich gegenseitig Platz in dem winzigen Torftopf weg.

Deswegen sollte man nach einiger Zeit jedes der gekeimten Pflänzchen mit den Wurzeln vorsichtig aus der Erde ziehen und in einen größeren Topf verpflanzen, bis sie dann später, wenn das Wetter warm genug ist, in das Gemüsebeet kommen.

Das Umtopfen geschieht erst, wenn die ersten Blättchen nach den Keimblättern sprießen.

Dazu lockert ihr die Erde um die kleine Pflanze mit der Stielseite eines Löffels und hebt das Pflänzchen so vorsichtig ihr könnt, aus dem Torftöpfchen. Zum Einsetzen in den neuen Topf wird mit dem Löffel ein Loch in die Erde des neuen Pflanzenbehälters gedrückt. Dann wird die Pflanze in das Loch gesetzt. Hierbei solltet ihr unbedingt darauf achten, dass der Wurzelansatz unter der Erde liegt.
Danach das Loch um die Pflanze vorsichtig wieder mit dem Löffel zudrücken.

Abschließend das Gießen nicht vergessen.

Ist gar nicht schwer ;-)

Mitte Mai kommen die meisten Pflanzen in mein Gemüsebeet. Ich werde ganz viele Fotos machen und auch etwas dazu schreiben.

Bis dahin,

Eure Fine